

Hameln (ww). Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Hameln beginnt am 1. Mai
mit einer umfassenden Kartierung von Schwalbennestern in mehreren Hamelner
Ortschaften. Betroffen sind die Ortsteile Afferde, Rohrsen, Klein Hilligsfeld, Groß
Hilligsfeld, Unsen, Welliehausen und Holtensen. Ziel der Untersuchung ist es, einen
aktuellen Überblick über besetzte und unbesetzte Nester von Mehl- und
Rauchschwalben an Gebäuden zu gewinnen.
Hintergrund ist die geplante Einrichtung einer ehrenamtlichen Schwalbenberatung in
Hameln. Die erhobenen Daten sollen als Grundlage für einen koordinierten Schutz
der Vögel dienen. Gleichzeitig soll die Beratung dazu beitragen, die Akzeptanz von
Schwalben an und in Gebäuden zu stärken und die unzulässige Zerstörung ihrer
Brutstätten und Lebensräume zu verhindern.
Mit der Durchführung der Kartierung hat die Stadt das Umweltplanungsbüro patroVIT
Ökologische Betriebsbegleitung & Landschaftsplanung GmbH beauftragt. Die
Arbeiten finden im Zeitraum vom 1. Mai bis 31. Oktober statt. Dabei werden auch
Privatgrundstücke tagsüber betreten, um Schwalbennester fachlich zu erfassen. Das
Betretungsrecht ergibt sich aus den gesetzlichen Regelungen des Bundes- und
Niedersächsischen Naturschutzrechts. Die beauftragten Personen werden sich vor
Ort entsprechend ausweisen können.
Schwalben leisten einen wichtigen Beitrag zum Naturhaushalt. Als reine
Insektenfresser tragen sie dazu bei, die Population fliegender Insekten wie Fliegen
und Mücken, aber auch von Schädlingen wie Blattläusen zu regulieren, und fördern
so die Biodiversität im Siedlungsraum. Gleichzeitig gehen ihre Bestände seit Jahren
zurück. Ursachen sind unter anderem der Verlust geeigneter Nistmöglichkeiten sowie
ein Rückgang des Nahrungsangebots.2
Schwalbennester sind ganzjährig gesetzlich geschützt und dürfen weder entfernt
noch zerstört werden. Die Untere Naturschutzbehörde steht beratend zur Seite, um
Bauvorhaben und Artenschutz in Einklang zu bringen.
Die Stadt appelliert: „Um den Schwalben besser helfen zu können, brauchen wir Ihre
Hilfe.“ Wer Schwalbennester duldet oder sogar zusätzliche Nistmöglichkeiten schafft,
leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Auch einfache Maßnahmen wie
Kotbretter, Lehmpfützen oder der Verzicht auf Pestizide verbessern die
Lebensbedingungen der Tiere deutlich.
Wer Nester oder Sichtungen aus den genannten Ortsteilen kennt, kann diese per EMail
an hanna.klenk@patrovit.de melden. Für Rückfragen steht die Untere
Naturschutzbehörde der Stadt Hameln zur Verfügung: naturschutz@hameln.de